Kronsnest im Deutschunterricht

Florian Knöpplers Buch Kronsnest wurde in einer Paderborner Schule als Lektüre behandelt, und der Autor wurde zu einer Gesprächsrunde in den Deutschunterricht eingeladen. Hier erzählt er von seinen Erfahrungen:

Die Fragen geistern immer noch in meinem Kopf herum, zahllose Fragen rund um meinen Erstling „Kronsnest“. Warum fängt man an zu schreiben, wieso ausgerechnet dieses Buch, weshalb wählt man genau diese Hauptfigur …?

Als sich im Sommer der Lehrer des Paderborner Gymnasiums Teodorianum bei mir meldete, weil er überlegte, im Deutschunterricht der 10. Jahrgangsstufe „Kronsnest“ zu lesen, war meine Freude groß. Ein bisschen natürlich, weil das eine Form von Anerkennung war. Da gab es doch tatsächlich ein paar Lehrer, die so begeistert von dem Buch waren, dass sie zugunsten von „Kronsnest“ einen anderen Roman rauskegelten, zu dem es bereits jede Menge Begleitmaterial gab. Aber noch viel mehr freute es mich einfach, dass sie mich mit im Boot haben wollten. Ich sollte, ich durfte Mails der Schüler beantworten und dann zwei Tage zu Besuch kommen, in der Aula aus „Kronsnest“ lesen und am nächsten Morgen in einem kleinen Marathon von einem Deutschkurs zum anderen laufen. Anstrengend, natürlich, aber auch toll.

Schon die Mails, in denen die Schüler mir ihre Leseeindrücke schilderten und ihre Fragen stellten, waren was Besonderes. Jeder Brief ganz anders, manche regelrecht begeistert, andere kritischer und alle – so wirkte es jedenfalls – vollkommen ehrlich: Das hier hat mir gefallen, das dort aber nicht. Hätte man diese Szene nicht anders machen können? Warum haben Sie sie denn genau so geschrieben?

Ähnlich ging es dann in der Diskussion bei der Lesung am Abend und auch am nächsten Vormittag weiter. Sie fragten, ich antwortete oder stellte meinerseits Fragen. Die Lehrer standen daneben und waren arbeitslos. Das klingt ein bisschen, als wäre ich stolz auf mich, aber das ist nicht der Punkt. Es war einfach ein so lebendiger Austausch, dass ich immer noch daran denke und im Kopf weiterrede, frage, antworte. Vorgestern habe ich einem der Lehrer noch eine Sprachnachricht geschickt, um etwas zu ergänzen und richtigzustellen. Als sie abgeschickt war, habe ich dann dagesessen und ihn beneidet. Er begegnet diesen Mädchen und Jungen immer wieder, ich habe sie vermutlich zum letzten Mal gesehen.

– von Florian Knöppler –

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